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Schwante ist nicht nur uns “heilig”. Das Name Schwante hat seinen Ursprung im wendischen Wort “Swetu”, was ‘heilig’ bedeutet und darauf schließen lässt, das dieser Ort einmal Kultzwecken diente.

Eine Weinlieferung aus Schwante für das Nonnenkloster zu Spandau lässt den Ort erstmalig dokumentiert in Erscheinung treten, den ein Vierteljahr-hundert später die Familie von Redern als Lehen erhielt und bis ins späte 19. Jahrhundert als Grundbesitzer, Patronatsherren und Inhaber der Gerichtsbarkeit entscheidend prägte. Mit über 45 Gütern waren die späteren Grafen Redern die wohlhabendsten Großgrundbesitzer des Niederbarnims.

In selbem Maße prägte die Familie von Redern auch
die bauliche Entwicklung des Ortes, allen voran des heutigen Schlossgebäudes und -geländes samt Park.
An der Stelle, an der sich heute das Schloss befindet, stand ursprünglich eine Wasserburg, die die damalige askanische Befestigungslinie Kremmen-Schwante-Vehlefanz schützte. Die Kellergewölbe im heutigen Schloss belegen mindestens einen Vorgängerbau, das sogenannte “Feste Haus”, eine quadratische Anlage mit 80 m Seitenlänge und einem umgebenden Wassergraben. Die Vergrößerung der Familie von Redern und die verbesserte wirtschaftliche Lage ließen daraus ab 1744 eine Dreiflügelanlage entstehen.

Der Architekt des Schlosses ist unbekannt, jedoch wird vermutet, dass der “Surintendant der Königlichen sämtlichen Schlösser, Häuser und Gärten”, Georg Wenzel von Knobelsdorff, bei der Entstehung mitgewirkt hat, was insbesondere die architektonische Formensprache nahelegt.

Der Ursprung der Garten- und Parkanlage ist weniger gut dokumentiert, jedoch findet sich bereits 1555 eine erste Erwähnung eines den Wohnhof ergänzenden Weinbergs und Küchengartens. Mit Umbau des Hauses im Jahr 1744 erfolgten erste Schritte zur Anlage eines akademisch geplanten Landschaftsparks, wovon Messtischblätter in den darauffolgenden 150 Jahren zeugen. In mehreren Etappen schufen die folgenden Besitzer einen sich in die Gesamtanlage eingliedernden geschlossenen Wirtschaftshof, von Wegen umfasste Wiesenräume mit Teichen und Alleen sowie eine gartenräumliche Verbindung zwischen Dorf und Gut liegenden Flächen, die eine an das Haus führende regelmäßige Gartenanlage mit einer baumbegleitenden Mittelachse zum Dorf hin krönt. Diese Signatur setzt sich im östlichen Teil der Anlage konsequent fort, die durch Waldbebauung ihren ganzheitlichen Abschluss findet.

Nach einer längeren nicht permanent bewohnten Phase seitens der Familie von Redern setze Friedrich Wilhelm Graf von Redern Schloss Schwante als seinen ständigen Wohnsitz Mitte des 19. Jahrhundert wieder in Stand. In diesem Zeitraum wurde der alte Wirtschaftshof im Park abgerissen und am heutigen Standort am Mühlenweg in der Verlängerung der Schlossachse angelegt.
Nach seinem Tode veräußerte die Familie Schloss Schwante 1888 an den Berliner Immobilien-
unternehmer Richard Sommer, der in der Gründerzeit erfolgreich Immobilien entwickelte, u.a. rund um das Brandenburger Tor. Er ließ nicht nur das Interieur im damals zeitgenössischen Gründerstil umgestalten, sondern modernisierte Anfang der 20. Jahrhunderts auch erneut die Wirtschaftsgebäude mit Stallungen, Gutsarbeiterwohnungen und Wasserturm, wodurch er Schwante zu einer der technisch modernste Anlagen in der Region verhalf. Gleichzeitig errichtete er im Schwanter Forst ein Gebäudeensemble, welches im Stil einer Moschee sowie prominenter Berliner Bauten wie dem Reichstag und dem Roten Rathaus gehalten war. Mittelpunkt des Ensembles war ein großbürgerliches Herrenhaus mit dem Namen Schloß Sommerfelde, was heute wie auch die anderen Gebäude aus dieser Bauphase nicht mehr existiert.

Aufgrund von Unstimmigkeiten zwischen den Erben Sommers verkauften diese das Gut, wobei die Ländereien an die Siedlungsgenossenschaft “Freie Scholle” gingen und das Schloss an einen Herrn Ledwin aus Berlin ging, der es 1924 an Vicco von Bülow weiterveräußerte. Er trug fortan den Namen Vicco von Bülow-Schwante. Seine Familie besaß das Schloss bis zur Enteignung durch die Sowjets 1945.

Nach dem 2. Weltkrieg stand das Schloss zunächst leer, bevor es ab 1949 verschiedensten Zwecken zugleich diente – als Kindergarten, Krankenhaus, Arztpraxis, Poststelle, Gemeindeküche, Kino, Schule, Sitz des Bürgermeisters und der LPG. Dem unterschiedlichen Raumbedarf der einzelnen Nutzer entsprechend zog man Trennwände ein und schuf z.B. einen sogenannten “Lektionssaal” oder “Speisesaal”, wie noch heute über den Türen zu lesen ist.

Nach der Wiedervereinigung stand das Schloss zunächst im Eigentum der Gemeinde, die Schloss und Park unter großen Anstrengungen am Leben hielt, bis sie 2009 mit Kultur- und Gaststättenunternehmer Christian Schulz (Monbijou Theater, Märchenhütte, Clärchens Ballhaus,) einen Käufer fand, der diesen Ort nach weiterer Sanierung durch Theater, Tanz, Konzerten und Gastronomie, erfolgreich mit noch mehr Leben füllte.

2019 verkaufte Christian Schulz Schloss Schwante an Loretta Würtenberger und Daniel Tümpel.